Die sichere Unterschreitung der Emissionsgrenzwerte der 17. BimschV wird über eine mehrstufige, quasi-trockene Abgasreinigung gewährleistet. Die Abgasreinigungsanlage ist in verschiedenen Referenzanlagen erprobt und arbeitet abwasserfrei. Die Reinigung der Abgase besteht damit im wesentlichen aus dem SNCR-Verfahren zur Entstickung und der quasi-trockenen Abgasbehandlung zur Entfernung der übrigen Schadstoffe.
Die Entstickungsanlage nach dem SNCR-Verfahren beruht auf dem Prinzip der nicht katalytischen Reduktion von Stickoxiden in der Gasphase mit Ammoniak zu Stickstoff und Wasser. Die Reduktion erfolgt in einem Temperaturbereich von 850 bis 950 Grad Celsius, der in dem dafür vorgesehenen Bereich des Strahlungsraums der Nachbrennkammer (1. Kesselzug) aufrecht erhalten wird. Für die Reduktion wird 25%-ige Ammoniaklösung eingedüst.
Nach verlassen des Kessels gelangen die Abgase in die quasi-trockene Abgasbehandlung. Diese ist so aufgebaut, dass die sauren gasförmigen Schadstoffe durch Sorption an Kalkhydrat abgeschieden werden.
Die gesicherte Ausscheidung von Schwermetallenund organischen Spurenstoffen (Dioxine, Furane etc.) erfolgt adsorptiv durch Herdofenkoks. Beim Eintritt in den Adsorber wird Betriebswasser eingedüst, um das Abgas auf die für die Sorption idealen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen zu konditionieren.
Um den Stoffübergang von der Gasphase auf das feste Sorptionsmittel zu verbessern, wird ein Rückstromwirbler eingesetzt. Der intensive Kontakt zwischen Gas und Feststoff in der zirkulierenden Wirbelschicht fördert die stoffübertragung und durch die interne Rückführung wird das Sorptionsmittel optimal ausgenutzt.
Die Feststoffabscheidung (Flugstaub und verbrauchtes Sorptionsmittel) aus dem Abgas sowie die Bildung einer Adsorbens- Filterschicht zur weiteren Schadstoffabscheidung findet im nachgeschalteten Gewebefilter statt. Das Verfahrensprinzip ist auf nachfolgend schematisch dargestellt.
In jeder Kammer des Gewebefilters ist eine Vielzahl vertikal angeordneter Filterschläuche aufgehängt. Das Abgas durchströmt die Filterschläuche von außen nach innen und gelangt über Klappen in den gemeinsamen Reingaskanal zum Saugzug. Die Abreinigung einzelner Filterschlachreihen erfolgtvollautomatisch mittels Druckluft, die im Gegenstrom zur Abgasströmungsrichtung kurzzeitig eingebracht wird. Die beim Reinigungsvorgang anfallenden Feststoffteile werden teilweise zum Adsorber rezirkuliert und der Überschuss mit Druckluft in die Förderleitungen zum Reststoffsilo transportiert.
Durch interne und externe Rezirkulation des Adsorbens wird eine sehr hohe Anlagenflexibilität hinsichtlich der Laständerung und Schadstoffkonzentration im Rohgas erreicht. Die optimale Adsorbensausnutzung führt darüber hinaus zu geringen Betriebsmittelverbräuchen und einer entsprechend geringen Reststoffmenge.
Die gereinigten Abgase verlassen die Anlage über den Kamin, wobei die Emissionskonzentrationen und alle weiteren relevanten Parameter gemäß 17. BimschV kontinuierlich erfasst und entsprechend der genehmigungsrechtlichen Vorschriften ausgewertet werden.
Eine Geruchsbelästigung entsteht nicht. Durch die Absaugung der Primärluft für die Verbrennung aus dem Müllbunker wird der Austritt geruchsbeladener Luft weitgehend verhindert und die einschlägigen Emmissionswerte eingehalten.
Durch die anlagentechnischen Lärmschutzmaßnahmen werden die im Gewerbegebiet gemäß TA Lärm geltenden zulässigen maximalen Schallleisteistungspegel von 65 db(A) tagsüber und 50 db(A) nachts nicht überschritten und die Schallemmisionsgrenzwerte im Bereich der nächstgelegenen Wohnbebauungen sicher eingehalten.
Quelle: SITA Ost GmbH und Co. KG: „AVS Zorbau – Projektinformationen“