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Gehört Zorbau bald zu Weißenfels?
Wenn es nach dem Leitbild des Innenministeriums zur Gemeindegebietsreform geht, wird Zorbau aufgrund der engen Verflechtungen mit Weißenfels, schon bald in die Stadt Weißenfels eingemeindet werden. Alle Zorbauer Eltern, die vergeblich vesucht haben ihr Kind im 2 km entfernten Weißenfels, anstatt im 10 km entfernten Hohenmölsen zur Schule gehen zu lassen, hätten sich wohl eine solche Verflechtung gewünscht.
Im Leitbild steht:"Als Schwerpunkte der gehobenen Versorgung mit Einrichtungen der Daseinsvorsorge und mit öffentlichen sowie privaten Gütern und Dienstleistungen im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich spielen die Mittelzentren eine große Rolle für eine nachhaltige raumstrukturelle Landesentwicklung."
Die Gemeinde Zorbau hat wesentlich dazu beigetragen die Arbeitslosenzahl in Weißenfels zu senken und die Stadt somit vor weiterer Abwanderung zu bewahren. Das Gewerbegebiet war der Hauptgrund für den Neubau der Autobahnabfahrt, die nun ein enormer Standortvorteil für die Stadt wird. Weiterhin bekommt Weißenfels einen großen Teil der Umlagen, die Zorbau auf seine Steuereinnahmen zahlen muss. Man kann also zusammenfassen: Zorbau unterstützt Weißenfels bei allen Aufgaben, die es als Mittelzentrum zu leisten hat.
Laut dem Leitbild sollen nun aber Eingemeindungen vorgenommen werden, "wo die gegenseitigen Verflechtungen so eng geworden sind, dass das Mittelzentrum zur Wahrnehmung der ihm nach dem Landesentwicklungsplan zukommenden Funktion ganz auf die Bereitschaft der Umlandgemeinden zur Zusammenarbeit angewiesen ist". Sprich: das Mittelzentrum durch Misswirtschaft derart pleite ist, dass es nur noch durch das Geld der Umlandgemeinden handlungsfähig ist. Eine Eingemeindung würde aber an dieser Stelle katastrophale folgen haben. Das Mittelzentrum würde dadurch nicht reicher, sondern die kleine Gemeinde nur ärmer gemacht werden. Die Gemeinde müsste die Bürokratie und die Entscheidungsträgheit der Stadt ertragen und die Stadt büßt über kurz oder lang die Umlagezahlungen aus der Gemeinde ein.
Diese angeblichen Verflechtungen der Umlandgemeinden mit der Stadt sind allerdings keine Erfindung des Innenministeriums, sondern sie wurden mit Hilfe von Fragebögen von den Gemeinden abgefragt. "Die Befragung mittels beider Fragebogen richtete sich dabei zunächst an etwa 300 der zum Befragungszeitpunkt insgesamt 1.039 Gemeinden im Lande. Die Landkreise waren gebeten, die Antworten der Städte und Gemeinden vorab zu überprüfen und ggf. zu korrigieren." Die Tatsache, dass in Weißenfels gleich fünf Gemeinden (Burgwerben, Langendorf, Leißling, Tagewerben, Zorbau) verschwinden sollen, liegt wahrscheinlich an dem ungewöhnlichen Korrekturstil des damaligen Landrates Erben, der nun maßgeblich das Leitbild des Innenministeriums erarbeitet hat.
Wenn das Leitbild in der aktuellen Fassung durchgesetzt wird, wird nicht nur die Gemeinde Zorbau, sondern ganz Sachsen-Anhalt einen irreparablen Schaden erleiten. Gerade jetzt wo sich das Land im Aufwind befindet und ihm vom Statischen Landesamt Sachsen-Anhalt das größte Wachstum des Bruttoinlandsproduktes aller Ostdeutschen und das fünftgrößte Wachstum aller Bundesländer zugesprochen wird.
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